Interviews
Fueled By Ramen - Sing, Florida, Sing
Mitte der Neunziger als ein aus der Garage operierender Zweimannbetrieb gegründet, heute Heimat der weltweit erfolgreichsten Punk-, Hardcore- und Indie-Bands - willkommen in der Welt von Fueled By Ramen!
"No food. No sleep. Just records" - so lautet das Lebens- und Arbeitsmotto, der in Tampa, Florida ansässigen Fueled By Ramen-"Familie", zu der neben den Gründern Vinnie Fiorello und John Janick, sowie den 13 Angestellten, auch Hit-Combos wie Panic At The Disco, Paramore oder Fall Out Boy gehören. Der Erfolg dieser Bands manifestierte den Ruf von Fueled By Ramen als exzellente Kaderschmiede, bei der sich die stets auf der Suche nach Nachschub befindlichen Majorlabels gerne und zahlreich bedienen. Ein großer Vorteil, auf den sich das nach einer japanischen Nudelsuppe benannte Label ("Ramen") bei der Suche nach ungeschliffenen Diamanten stützen kann, ist die aktive Unterstützung der bereits beheimateten Bands. Stichwort "Familie". Wo sich andere Labelchefs auf der Suche nach neuen Acts nächtelang durch eingesandte MP3's oder MySpace-Foren klicken, bekommt das FBR-Headquarter die heißesten Tipps direkt von den Bands. Denn: Niemand ist näher am Puls der Zeit als weltweit operierende, erfolgreiche Live-Bands wie Fall Out Boy, Phantom Planet oder die Shootingstars The Academy Is.
Eine der erfolgreichsten Bands auf Fueled By Ramen sind Panic At The Disco, ein blutjunges Punk-Pop-Quartett aus Las Vegas. Das Debüt der Band, "A Fever You Can't Sweat Out", vereinte Emo-Kids und Punk-Puristen gleichermaßen und wurde in Online-Foren und MySpace-Blogs zu Recht als "Must have"-Album des Jahres 2006 verankert. Das Resultat: Rund 1,7 Millionen verkaufte Exemplare und weltweit randvolle Konzertsäle. Zu verdanken hatten dies sowohl Panic At The Disco als auch Fueled By Ramen dem Näschen des Fall Out Boy-Bassisten Pete Wentz, selbst Emo-Ikone und Frauenschwarm galore. Wentz fädelte den Deal mit FBR ein und fungierte anfangs als Mentor für das frisch aus der Highschool gepurzelte Panic-Orchester. Am 22. März 2008 erscheint das neue Panic At The Disco-Album "Pretty.Odd.", diesmal über Warner Music. Kaderschmiede zum zweiten, und: Zum dritten:
Denn mit Paramore steht bereits die nächste Erfolgscombo in den Startblöcken. Nach der Veröffentlichung des Debüts "All We Know Is Falling" und der im Anschluss absolvierten Welttournee, ist das Quartett um Frontfrau Hayley Williams auf dem Sprung in die Champions League des Pop-Punk. Laut der 18-jährigen Williams sind Fueled By Ramen elementarer Baustein ihrer Karriere und sowieso ziemlich "amazing to us. So many kids started checking us out because our name is on their roster. It's like a big family; we all share such a massive unit of fans". Ein Vorteil, der in Kombination mit den Live-Qualitäten der Band schon mal Lunte an den zukünftigen Durchbruch legen dürfte. Paramore und ihre, vom englischen Kerrang!-Publikum als "second-sexiest female" geadelte Sängerin Williams, veröffentlichen am 29. Februar 2008 ihr auf Krawall gebürstetes neues Album namens "Riot", mit dem Paramore nicht mehr wollen, als "den Leuten den Schädel wegzublasen". Das nennt man wohl Ansage.
Die Zukunft sieht im Falle von Fueled By Ramen also nicht schwarz, sondern fast schon rosig aus. Die Mischung aus richtigem Gespür für neue Trends, das Pflegen des eigenen Profils und die Zufriedenheit der Mitarbeiter, sind die Säulen, auf denen der Erfolg der Firma fußt. Davon profitieren nicht nur die Bands, sondern auch die Fans - seit mehr als zehn Jahren. Was einst mit einem in einem Fast-Food-Karton verpackten Labelsampler begann und später Sprungbrett für Ikonen wie Jimmy Eat World, Less Than Jake oder Fall Out Boy wurde, ist heute Trademark und Identifikation für eine ganze Generation. Es hätte schlimmer kommen können.